Mütze richtig waschen und pflegen: Strick, Wolle und Baumwolle
Warum die richtige Pflege sich lohnt
Eine Mütze begleitet Sie durch den ganzen Winter. Sie nimmt Feuchtigkeit auf, sitzt direkt auf Haaren und Haut und wird oft unterwegs in Jackentaschen gestopft. Kein Wunder, dass sie irgendwann gereinigt werden muss. Wer eine Mütze richtig wäscht, verlängert ihre Lebensdauer und erhält Form, Weichheit und Farbe. Wer es falsch macht, riskiert eine verfilzte, eingelaufene oder ausgeleierte Mütze, die nicht mehr passt.
Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Strickmützen, Wollmützen und Baumwollmützen schonend pflegen. Die Hinweise sind allgemein gehalten. Entscheidend bleibt immer das Pflegeetikett Ihrer Mütze und die Anleitung des Herstellers: Beachten Sie diese Angaben, bevor Sie eine der folgenden Methoden anwenden.
Zuerst das Etikett lesen
Bevor Wasser ins Spiel kommt, lohnt der Blick ins Innere der Mütze. Dort finden sich meist die Materialzusammensetzung und Symbole für die Pflege. Fehlt das Etikett, was bei Mützen nicht selten vorkommt, gehen Sie vorsichtshalber vom empfindlichsten Fall aus und waschen von Hand.
Prüfen Sie außerdem, ob die Mütze Zusätze hat, die sich mit Wasser nicht vertragen. Ein Bommel, ein Futter, Perlen, Strasssteine oder aufgenähte Applikationen brauchen besondere Aufmerksamkeit. Bommel zum Beispiel sind oft abnehmbar. Lassen sich Bommel oder Anhänger entfernen, nehmen Sie sie vor dem Waschen ab und reinigen sie getrennt mit einem leicht feuchten Tuch.
Strickmützen: schonend und ohne Reibung
Strickmützen aus gemischten Fasern sind im Alltag sehr beliebt, weil sie weich, dehnbar und vielseitig sind. Sie verziehen sich aber leicht, wenn sie zu stark beansprucht werden. Die Strickmützen für Damen lassen sich im Normalfall von Hand am schonendsten reinigen.
- Füllen Sie ein Becken mit lauwarmem Wasser. Heißes Wasser kann Fasern angreifen und Farben ausbluten lassen.
- Geben Sie ein mildes Feinwaschmittel hinzu und verteilen Sie es im Wasser.
- Drücken Sie die Mütze vorsichtig unter Wasser und bewegen Sie sie sanft. Nicht reiben, nicht wringen und nicht kneten.
- Lassen Sie das Wasser ab und spülen Sie die Mütze mit klarem, gleich temperiertem Wasser, bis keine Seife mehr austritt.
- Drücken Sie überschüssiges Wasser ohne Drehen heraus, am besten in einem sauberen Handtuch.
Wenn Sie lieber die Maschine nutzen möchten, prüfen Sie, ob das Etikett das erlaubt. Ein Wäschenetz und ein Schonprogramm verringern das Risiko, dass sich die Mütze verzieht oder Ziehfäden bekommt.
Wollmützen: Filzen unbedingt vermeiden
Wolle ist ein Naturmaterial, das Wärme speichert und Feuchtigkeit gut aufnimmt. Gleichzeitig ist es empfindlich: Hitze, Reibung und starke Temperaturwechsel lassen die Fasern verfilzen, die Mütze läuft ein und lässt sich kaum zurückholen. Bei den Wollmützen für Damen gilt deshalb besonders: lieber zu vorsichtig als zu forsch.
- Verwenden Sie ein Waschmittel, das ausdrücklich für Wolle geeignet ist. Normale Vollwaschmittel entziehen den Fasern Fett und machen sie rau.
- Vermeiden Sie große Temperaturunterschiede zwischen Waschwasser und Spülwasser.
- Lassen Sie die Mütze nicht im Wasser einweichen, sondern waschen Sie sie zügig.
- Verzichten Sie auf den Trockner. Er ist für Wolle der häufigste Grund für Schäden.
Mützen aus Wolle müssen außerdem seltener gewaschen werden, als viele denken. Wolle nimmt Gerüche weniger an als andere Fasern. Oft reicht es, die Mütze nach dem Tragen an der Luft auszulüften. Ein kurzer Aufenthalt auf dem Balkon oder am offenen Fenster wirkt häufig schon erfrischend.
Baumwollmützen: robuster, aber nicht unverwüstlich
Baumwolle gilt als pflegeleicht und hautfreundlich. Eine Baumwollmütze für Damen verträgt in der Regel mehr als ein Wollmodell, doch auch hier können Wärme und Schleudern das Gestrick verändern. Baumwolle kann einlaufen, wenn sie zu heiß gewaschen oder getrocknet wird.
Wenn das Etikett es erlaubt, kommt die Baumwollmütze ins Wäschenetz und läuft im Schonprogramm mit. Waschen Sie dunkle und helle Farben getrennt, damit nichts abfärbt. Neue Mützen in kräftigen Tönen sollten Sie beim ersten Waschen allein oder mit ähnlichen Farben waschen, weil sie noch Farbe abgeben können.
Richtig trocknen und in Form bringen
Das Trocknen entscheidet oft darüber, ob die Mütze danach wieder gut sitzt. Folgende Schritte haben sich bewährt:
- Legen Sie die Mütze flach auf ein trockenes Handtuch.
- Ziehen Sie sie vorsichtig in ihre ursprüngliche Form, besonders im Bereich des Umschlags.
- Lassen Sie sie an der Luft trocknen, nicht direkt auf der Heizung und nicht in der Sonne.
- Wenden Sie sie zwischendurch, damit sie gleichmäßig durchtrocknet.
Hängen Sie nasse Strickmützen nie auf, da das Gewicht des Wassers das Gestrick dehnt. Wenn eine Mütze nach dem Trocknen etwas steif wirkt, hilft es, sie mit den Händen leicht durchzukneten.
Flecken, Gerüche und kleine Schäden
Nicht jede Verschmutzung erfordert ein komplettes Waschprogramm. Leichte Flecken lassen sich häufig mit einem sauberen, feuchten Tuch und einer winzigen Menge milder Seife behandeln. Tupfen Sie, ohne zu reiben, und spülen Sie die Stelle anschließend mit klarem Wasser nach. Testen Sie die Methode zuerst an einer unauffälligen Stelle, etwa an der Innenseite des Umschlags.
Gegen Gerüche hilft Lüften. Falls eine Mütze nach Rauch oder Essen riecht, kann sie einige Stunden an einem luftigen Ort hängen. Vermeiden Sie parfümierte Sprays, denn sie überdecken den Geruch nur und können die Fasern belasten.
Kleine Fadenzieher schneiden Sie nicht ab, sondern ziehen sie mit einer feinen Nadel nach innen. So löst sich keine Masche. Kleine Knötchen, das sogenannte Pilling, entstehen vor allem durch Reibung am Kragen oder Schal. Sie lassen sich vorsichtig mit einem Fusselrasierer oder einer Schere entfernen, ohne das Gestrick zu verletzen.
Aufbewahren, wenn die Saison vorbei ist
Am Ende des Winters sollten Mützen sauber verstaut werden. Waschen Sie sie vorher, denn Schmutzreste ziehen im Sommer Motten an, die besonders Wolle gern angreifen. Bewahren Sie die Mützen trocken, luftig und nicht gepresst auf, am besten in einem Stoffbeutel oder einer Schachtel. Plastikbeutel sind ungeeignet, weil sich darin Feuchtigkeit sammeln kann.
Gerade bei Mützen mit Bommel lohnt es sich, ihnen im Fach etwas Platz zu lassen, damit der Bommel seine Form behält. Mit diesen Handgriffen holen Sie im nächsten Herbst eine frische, gut erhaltene Mütze aus dem Schrank.
Häufige Fehler beim Waschen
Ein paar Fehler passieren immer wieder. Der erste ist, die Mütze zusammen mit schwerer Wäsche in die Maschine zu geben: Reißverschlüsse und Knöpfe anderer Kleidung ziehen am Gestrick und hinterlassen Fäden. Der zweite ist zu viel Waschmittel. Rückstände machen Wolle steif und Baumwolle grau, weshalb eine kleine Menge genügt und gründliches Spülen wichtiger ist als eine hohe Dosierung. Der dritte Fehler ist Weichspüler, der auf Wolle den Fasern ihre natürliche Struktur nimmt und die Mütze weniger atmungsaktiv machen kann. Und schließlich: Unterschätzen Sie nicht, wie viel eine Mütze beim Trocknen verzeiht, wenn sie liegt, und wie wenig, wenn sie hängt.
Die wichtigsten Regeln auf einen Blick
Lesen Sie immer zuerst das Etikett und halten Sie sich an die Angaben des Herstellers. Waschen Sie lauwarm, schonend und mit mildem Mittel. Reiben, wringen und heiß trocknen sollten Sie vermeiden. Legen Sie die Mütze zum Trocknen flach hin und bringen Sie sie behutsam in Form. Mit etwas Aufmerksamkeit bleibt Ihre Mütze lange schön und passt auch nach vielen Wintern noch so wie am ersten Tag.
